Dienstag, 25. Februar 2014
Versuche zu leben
roeskvar, 09:28h
Das Leben richtig spüren bedeutet auch, die Schattenseiten zu spüren. Auch hier, am anderen Ende der Welt, in Neuseeland ist man davor nicht gefeit. Hier sagt man sich nur, dass man sich die begrenzte Zeit, die man hat, nicht mit Stress und Ärger verderben will und arrangiert sich schneller und einfacher mit den Umständen. Warum muss man dafür einmal um die halbe Welt fliegen? Warum funktioniert das zu Hause nicht?
Man versucht hier als Backpacker mal so richtig zu leben, den Alltag hinter sich zu lassen und die Sorgen hinter sich zu lassen und sich nicht stressen zu lassen. Aber was erwartet man von einem Ort, an dem man sich über ein halbes Jahr lang aufhält. Wenn am an mit 17 Leuten in einer Flat wohnt, bleibt doch Ärger nicht aus. Wenn man im Hostel das Zimmer mit allen möglichen und unmöglichen Leuten teilen muss, bleibt doch Stress nicht aus. Aber man sagt sich, das gehört dazu und arrangiert sich.
Wieso geht das also zu Hause nicht. Ärger mit den Dozenten gehört an jede gute Uni, genauso wie Streit mit dem Mitbewohner jede gute WG ausmacht. Was unterscheidet diese Sorgen von denen auf der Südhalbkugel? Die Sprache? Weil auf englisch streiten für Learner wesentlich komplizierter ist als auf deutsch? Weil man sich die Zeit nicht versahen will?
Halte ich für ein schlechtes Argument, denn die Unizeit ist nur begrenzt, unsere Lebenszeit ist nur begrenzt. Es wäre also durchaus sinnig, das hier gelernte Arrangieren auch in Deutschland anzuwenden. Aber dafür jeden Menschen einmal um die halbe Welt schicken kann ja kaum des Rätsels Losung sein.
Streit, Kummer und Sorgen gehören zum Leben wie dass atmen, egal wo man ist, das ist nicht beeinflussbar. Was wir aber beeinflussen können, ist der Umgang mit eben jenen Dingen. Streit muss geführt werden, aber er darf danach auch vergessen werden. Und bei manchen Sorgen tut es gut, die Perspektive zu wechseln und zu gucken, ob es wirklich unsere Sorgen sind. Warum sich die gegebene Zeit vermiesen? Egal welche, die im guten Job, die an der Uni, in der WG, oder die am anderen Ende der Welt oder die ganze Zeit?
Manche Sachen kann man nicht verzeihen, mancher Schmerz sitzt zu tief, aber sich mehr aufladen als notwendig, ist meiner Meinung nach, nicht notwendig. Im Zweifel macht es nur krank. Jammern und Selbstmitleid ist erlaubt, streiten und maulen, ärgern und sich Sorgen, aber ich denke, wer seine Lebenszeit nicht verschwenden weil, sollte die Grenze dazu kennen.
Um das zu lernen bin ich um die halbeWelt geflogen. Vielleicht sind die meisten Menschen ja schlauer als ich und handeln schon so. Ich würde mich freuen, in Deutschland mehr kiwi-lrben zu spüren :-)
Man versucht hier als Backpacker mal so richtig zu leben, den Alltag hinter sich zu lassen und die Sorgen hinter sich zu lassen und sich nicht stressen zu lassen. Aber was erwartet man von einem Ort, an dem man sich über ein halbes Jahr lang aufhält. Wenn am an mit 17 Leuten in einer Flat wohnt, bleibt doch Ärger nicht aus. Wenn man im Hostel das Zimmer mit allen möglichen und unmöglichen Leuten teilen muss, bleibt doch Stress nicht aus. Aber man sagt sich, das gehört dazu und arrangiert sich.
Wieso geht das also zu Hause nicht. Ärger mit den Dozenten gehört an jede gute Uni, genauso wie Streit mit dem Mitbewohner jede gute WG ausmacht. Was unterscheidet diese Sorgen von denen auf der Südhalbkugel? Die Sprache? Weil auf englisch streiten für Learner wesentlich komplizierter ist als auf deutsch? Weil man sich die Zeit nicht versahen will?
Halte ich für ein schlechtes Argument, denn die Unizeit ist nur begrenzt, unsere Lebenszeit ist nur begrenzt. Es wäre also durchaus sinnig, das hier gelernte Arrangieren auch in Deutschland anzuwenden. Aber dafür jeden Menschen einmal um die halbe Welt schicken kann ja kaum des Rätsels Losung sein.
Streit, Kummer und Sorgen gehören zum Leben wie dass atmen, egal wo man ist, das ist nicht beeinflussbar. Was wir aber beeinflussen können, ist der Umgang mit eben jenen Dingen. Streit muss geführt werden, aber er darf danach auch vergessen werden. Und bei manchen Sorgen tut es gut, die Perspektive zu wechseln und zu gucken, ob es wirklich unsere Sorgen sind. Warum sich die gegebene Zeit vermiesen? Egal welche, die im guten Job, die an der Uni, in der WG, oder die am anderen Ende der Welt oder die ganze Zeit?
Manche Sachen kann man nicht verzeihen, mancher Schmerz sitzt zu tief, aber sich mehr aufladen als notwendig, ist meiner Meinung nach, nicht notwendig. Im Zweifel macht es nur krank. Jammern und Selbstmitleid ist erlaubt, streiten und maulen, ärgern und sich Sorgen, aber ich denke, wer seine Lebenszeit nicht verschwenden weil, sollte die Grenze dazu kennen.
Um das zu lernen bin ich um die halbeWelt geflogen. Vielleicht sind die meisten Menschen ja schlauer als ich und handeln schon so. Ich würde mich freuen, in Deutschland mehr kiwi-lrben zu spüren :-)
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